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GESUNDHEIT/7407: Medizin und Gesundheitswesen - 24.05.2017 (SB)


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Schnelle Antibiotika-Therapie bei Sepsis

Jedes Jahr erkranken durchschnittlich 154.000 Bundesbürger an einer Blutvergiftung (Sepsis), von denen rund 60.000 sterben. Ausgelöst wird sie - vor allem, wenn der Körper geschwächt ist - durch über Bakterien oder Pilze übertragene Krankheiten. Grund können schwere Unfälle, große Operationen oder aggressive Therapien gegen Krebs, aber auch Therapien der Transplantatabstoßung sein. Gelingt es dem Körper nicht, Infektionen, die ursprünglich gar nicht gefährlich sein müssen, gleich am Ursprungsort erfolgreich zu bekämpfen, kann sich die Infektion im gesamten Organismus ausbreiten und eine wahre Kettenreaktion in Gang setzen, bei der die Gifte der Erreger eine Entzündung aller lebenswichtigen Organe hervorrufen, so daß diese innerhalb weniger Stunden versagen können. Denn beim septischen Schock geht die unmittelbare Gefahr weniger von den Bakterien im Blut aus als von einer überschießenden Immunantwort. Angesichts dessen überrascht es kaum, daß ein schneller Antibiotikaeinsatz Leben retten können soll. Das ist laut Deutschem Ärzteblatt das Ergebnis einer Studie, die Christopher Seymour von der Universität Pittsburgh und Mitarbeitern durchgeführt hatte. Seine retrospektive Analyse von Patientendaten kann eine Kausalität zwar nicht letztgültig belegen. Trotzdem wird dem Ergebnis Glauben geschenkt, weil der Nutzen einer schnellen Antibiotikagabe biologisch plausibel zu sein scheint.

24. Mai 2017


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